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· 3 Min. · Rootivo Redaktion

Dicke Bohnen im Oktober säen: Ernte schon im Frühsommer

Wer jetzt Dicke Bohnen in die Erde bringt, erntet im Frühsommer – und das Beet bekommt nebenbei Stickstoff geschenkt. Was du bei Sorte, Tiefe und Winterschutz beachten solltest.

Während im Beet langsam alles abgeräumt wird, gibt es eine Kultur, die jetzt erst anfängt: die Dicke Bohne. Im Oktober gesät, steht sie im Frühjahr kräftig da und trägt Hülsen, lange bevor Busch- und Stangenbohnen so weit sind. Ein guter Plan für alle, die ihr Beet über den Winter nicht leer lassen wollen.

Warum die Herbstaussaat sich lohnt

Dicke Bohnen (auch Puffbohnen oder Saubohnen genannt) mögen es kühl. Im Frühjahr gesät, geraten sie schnell in die Hitze und werden zum Fressplatz für die Schwarze Bohnenlaus. Aus der Herbstaussaat dagegen entwickeln sich bis zum Frühling kräftige Pflanzen, die früher blühen und ansetzen. Die Ernte beginnt meist im Juni, in milden Lagen auch schon im Mai.

Dazu kommt der Bodeneffekt: Wie alle Hülsenfrüchte leben Bohnen mit Knöllchenbakterien zusammen, die Luftstickstoff binden. Nach der Ernte schneidest du die Pflanzen ab und lässt die Wurzeln im Boden – dann profitiert die Nachkultur.

Sorte, Saattiefe und Abstand

Greif zu Sorten, die ausdrücklich als winterhart oder für Herbstaussaat angeboten werden. Frühjahrssorten überstehen strengen Frost oft nicht. Die Samen kommen etwa 5 bis 8 cm tief in die Erde, in der Reihe im Abstand von rund 10 bis 15 cm, zwischen den Reihen etwa 40 bis 50 cm. Wer es genau wissen will, notiert Saatdatum und Sorte – so siehst du im Frühjahr, welche Variante den Winter am besten verkraftet hat.

In milden Lagen im Flachland und in Weinbauklima kannst du bis in den November hinein säen. In rauen Regionen, etwa in höheren Lagen der Alpen oder im Mittelgebirge, ist die Aussaat im Februar oder März sicherer.

Der richtige Platz im Beet

Dicke Bohnen sind keine Starkzehrer und brauchen keinen frisch gedüngten Boden. Ein Beet, in dem gerade Kartoffeln, Zucchini oder Salat standen, ist ideal. Wichtig ist ein Standort mit durchlässigem Boden: Staunässe im Winter ist gefährlicher als Frost.

Als Nachbarn passen Salat, Kohl und Möhren gut. Erbsen stellst du lieber nicht direkt daneben, denn beide Pflanzen gehören zu den Hülsenfrüchten und teilen sich Krankheiten. Und plane gleich die Fruchtfolge mit: Auf dasselbe Beet gehören im nächsten Jahr keine Bohnen oder Erbsen, dafür aber gern hungrige Kulturen wie Kohl oder Tomaten.

Durch den Winter kommen

Idealerweise sind die Pflänzchen vor dem ersten Frost 5 bis 10 cm hoch, nicht viel mehr. Zu große Pflanzen sind empfindlicher. Eine Schicht Laub oder Stroh zwischen den Reihen schützt den Boden, und bei Kahlfrost im Januar hilft ein aufgelegtes Vlies. Treiben einzelne Pflanzen nach starkem Frost nicht mehr aus, kannst du im Frühjahr mit den restlichen Bohnen nachsäen. Damit ist das Risiko überschaubar.

Mäuse mögen die Saat übrigens auch. Wenn bei dir Mäuse bekannt sind, hilft es, die Reihen mit einem engmaschigen Netz oder Vlies abzudecken, bis die Keimlinge da sind.

Im Frühjahr: Entspitzen und ernten

Sobald die ersten Blüten an den unteren Etagen Hülsen ansetzen, kannst du die Triebspitzen auskneifen. Das hält die Pflanze kompakt und nimmt der Schwarzen Bohnenlaus ihre liebste Stelle – die weichen Spitzen. Die Spitzen kannst du übrigens wie Spinat kurz dünsten.

Geerntet wird, wenn die Hülsen prall sind, die Kerne aber noch grün und zart. Wichtig: Dicke Bohnen isst du nur gegart, am besten mindestens 10 Minuten gekocht. Roh sind sie nicht für jeden bekömmlich. Menschen mit Favismus (erblicher G6PD-Mangel) sollten Dicke Bohnen ganz meiden. In Rootivo erinnert dich die Aussaat-Glocke im Pflanzen-Lexikon rechtzeitig an das nächste Aussaatfenster.

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