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· 3 Min. · Rootivo Redaktion

Die 3 größten Gießfehler im Hochsommer (und wie du sie behebst)

Im Hochsommer entscheidet nicht die Menge Wasser über deine Ernte, sondern wann und wie du gießt. Drei Fehler kosten dich Kraft, Wasser und Pflanzen — und alle drei sind leicht abzustellen.

Wenn die Temperaturen über 25 Grad klettern, gießen viele Gärtnerinnen und Gärtner einfach mehr — und trotzdem hängen die Blätter am Nachmittag schlaff. Der Grund liegt selten am Wassermangel allein, sondern an Timing, Technik und Gewohnheit. Diese drei Fehler sehe ich in meinem Garten jeden Sommer am häufigsten, und alle drei sind in wenigen Minuten behoben.

Fehler 1: Jeden Tag ein bisschen gießen

Wer im Sommer jeden Abend kurz mit der Kanne über die Beete geht, meint es gut — erzieht die Pflanzen aber zu Faulpelzen. Bleibt nur die oberste Erdschicht feucht, bilden die Wurzeln keinen Anreiz, in die Tiefe zu wachsen. Sie siedeln dicht unter der Oberfläche, genau dort, wo der Boden bei der nächsten Hitzewelle als Erstes austrocknet.

Besser: seltener, dafür gründlich. Zwei- bis dreimal pro Woche so viel, dass das Wasser 15 bis 20 Zentimeter tief einsickert. Tiefe Wurzeln finden auch in Trockenphasen noch Feuchtigkeit und machen deine Pflanzen über Wochen widerstandsfähiger.

Fehler 2: In der Mittagshitze gießen

Dass Wassertropfen auf den Blättern wie Brenngläser wirken und Verbrennungen verursachen, hältst du vielleicht für gesichert — ist im Garten aber weitgehend ein Mythos. Das eigentliche Problem mittags ist viel banaler: Bei voller Sonne verdunstet ein großer Teil des Wassers, bevor es überhaupt die Wurzeln erreicht.

Gieß deshalb am frühen Morgen. Dann steht den Pflanzen das Wasser für den heißen Tag zur Verfügung, und das Laub trocknet bis zum Abend ab. Abends gießen geht auch, hat aber einen Haken — dazu gleich mehr.

Fehler 3: Über das Laub statt an die Wurzel

Wasser gehört an den Fuß der Pflanze, nicht über die Blätter. Nasses Laub, das über Nacht nicht abtrocknet, ist die Einladung schlechthin für Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Krautfäule — gerade bei Tomaten, Gurken und Zucchini. Das ist auch der Haken am Abendgießen: Bleiben die Blätter feucht in die Nacht, steigt das Krankheitsrisiko.

Gieß langsam und gezielt direkt auf die Erde. So kommt jeder Tropfen an der Wurzel an, und das Laub bleibt trocken. Eine alte Gießkanne ohne Brause oder ein Tropfschlauch leisten hier gute Dienste.

Der Mulch-Trick: Wasser im Boden halten

Die beste Gießtechnik nützt wenig, wenn der nackte Boden das Wasser gleich wieder an die Luft abgibt. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder gehäckseltem Grünschnitt — zwei bis fünf Zentimeter dick — bremst die Verdunstung spürbar und hält die Erde darunter kühl und gleichmäßig feucht.

Als angenehmer Nebeneffekt unterdrückt Mulch auch Beikraut und füttert beim Verrotten das Bodenleben. Du gießt damit seltener und deine Beete kommen entspannter durch jede Hitzewelle.

Hochbeete und Töpfe trocknen schneller aus

Ein Wort der Warnung an alle mit Hochbeet, Balkonkiste oder Kübel: Erhöhte und begrenzte Erdvolumen heizen sich rundum auf und trocknen deutlich schneller aus als ein Beet im Boden. An heißen Tagen kann hier Gießen morgens und abends nötig sein.

Der Finger-Test verrät dir, ob es so weit ist: Steck ihn zwei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt es sich dort trocken an, wird gegossen — fühlt es sich feucht an, wartest du noch.

Den Überblick behalten

Der häufigste Grund fürs Vergessen oder Übergießen ist schlicht der fehlende Überblick. In Rootivo zeigt dir der Pflege-Tab die Wettervorhersage für deinen Standort und erinnert dich an anstehende Gieß-Aufgaben — und im Garten-Tagebuch hältst du fest, wann du zuletzt gegossen hast. So entwickelst du über den Sommer ein Gefühl für den echten Wasserbedarf deiner Beete, statt nach Bauchgefühl zur Kanne zu greifen.

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