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· 2 Min. · Rootivo Redaktion

Gründüngung zu spät? Winterroggen rettet dein Beet im Oktober

Phacelia und Senf sind längst zu spät dran – aber leere Beete müssen den Winter nicht nackt überstehen. Winterroggen geht noch bis Anfang November.

Du hast die Gründüngung im September verpasst? Kein Drama. Phacelia und Senf frieren zwar beim ersten Frost ab, aber es gibt Arten, die jetzt noch gut keimen und den Winter über Boden und Nährstoffe festhalten. Der Klassiker dafür ist Winterroggen.

Warum Phacelia und Senf jetzt nicht mehr passen

Beide Arten sind frostempfindlich und brauchen nach der Aussaat noch einige Wochen milde Temperaturen, um sich zu entwickeln. Spätestens Ende September ist dafür die Zeit vorbei. Wer jetzt sät, bekommt oft nur dünne Keimlinge, die der erste Frost wieder erledigt.

Bei Senf kommt ein zweiter Punkt dazu: Er gehört zu den Kreuzblütlern, wie Kohl und Radieschen. Auf Beeten, wo nächstes Jahr Kohl wachsen soll, ist er für die Fruchtfolge keine gute Wahl.

Winterroggen: frosthart und genügsam

Winterroggen keimt auch bei kühlen Temperaturen und übersteht Frost problemlos. Du kannst ihn bis Anfang November aussäen. In rauen Lagen und Höhenlagen ist es dafür jetzt schon knapp, dort wäre Mitte Oktober besser gewesen. Rechne mit etwa 15 bis 20 Gramm Saatgut pro Quadratmeter.

Sein dichtes Wurzelwerk hält den Boden zusammen, schützt vor Auswaschung von Nährstoffen und unterdrückt Unkraut, das im Frühjahr sonst als Erstes startet.

So säst du richtig

Lockere die Oberfläche mit der Grabegabel oder dem Rechen, entferne Ernterückstände und streue das Saatgut gleichmäßig breitwürfig aus. Harke es etwa 2 bis 3 Zentimeter tief ein, drücke es leicht an und gieße einmal durch, wenn es trocken ist.

Auf Beeten, die noch bis in den Winter Gemüse tragen, wie Lauch oder Rosenkohl, lässt du die Saat einfach weg und deckst stattdessen mit Laub oder Mulch ab.

Im Frühjahr: Geduld vor dem Pflanzen

Sobald der Roggen im März oder April etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch ist und vor der Ähren-Bildung, mähst du ihn ab und arbeitest ihn flach ein oder lässt ihn als Mulch liegen. Danach heißt es warten: Roggen gibt Stoffe ab, die die Keimung kleiner Samen hemmen können.

Plane deshalb drei bis vier Wochen Pause ein, bevor du Karotten oder Salat aussäst. Jungpflanzen wie Tomaten oder Kürbis kannst du meist etwas früher setzen.

Winterwicke: fürs nächste Jahr vormerken

Mit Winterwicke im Roggen würdest du dem Boden zusätzlich Stickstoff zurückgeben, denn als Hülsenfrucht sammelt sie ihn mit Knöllchenbakterien. Sie sollte allerdings bis spätestens Mitte Oktober im Boden sein, für dieses Jahr ist es also zu spät.

Merk dir die Mischung für nächsten Herbst. Wicken gehören zu den Leguminosen, auf Beeten, die im Frühjahr Erbsen oder Bohnen bekommen, nimmst du dann besser reinen Roggen.

Planen statt improvisieren

Welche Beete im Winter bedeckt sind und welche im Frühjahr zuerst bepflanzt werden, solltest du dir aufschreiben. Im Beet-Editor von Rootivo kannst du deine Beete fürs nächste Jahr vorplanen und so die Fruchtfolge im Blick behalten.

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