Herbstsalate im Juli säen: Endivie, Radicchio & Chinakohl
Frühkartoffeln, Knoblauch und Zwiebeln räumen gerade die Beete – und genau da liegt deine Chance: Drei Herbstsalate wollen jetzt in die Erde.
Mitte Juli wirkt das Gartenjahr fast fertig geplant – dabei beginnt gerade das zweite Halbjahr im Beet. Wer in den nächsten zwei, drei Wochen Endivie, Radicchio und Chinakohl sät, erntet von September bis in den November hinein frische Salate. Hier erfährst du, welche Kultur wann dran ist und wie die Aussaat trotz Sommerhitze gelingt.
Warum gerade jetzt das Fenster aufgeht
Frühkartoffeln sind gerodet, der Knoblauch hängt zum Trocknen, die ersten Zwiebeln sind raus: Im Juli entstehen im Beet plötzlich freie Flächen – oft genau dann, wenn viele denken, die Aussaat-Saison sei vorbei. Dabei brauchen Herbstsalate nur 8 bis 14 Wochen von der Saat bis zur Ernte. Was du in den nächsten zwei bis drei Wochen säst, landet also von September bis November auf dem Teller. Wer später dran ist, riskiert, dass die Köpfe vor den ersten stärkeren Frösten nicht mehr fertig werden.
Endivie: der robuste Klassiker
Endivie ist der verlässlichste der drei Kandidaten. Du kannst sie jetzt direkt ins Beet säen oder in Schalen vorziehen und ab Anfang August auspflanzen – mit etwa 30 cm Abstand in alle Richtungen. Wichtig beim Pflanzen: Das Herz muss frei bleiben, sonst fault der Kopf von innen. Endivie verträgt leichte Fröste und liefert bis in den November hinein knackige Köpfe. Ob glatte Sorten oder krauser Frisée-Typ ist Geschmackssache – die Kulturführung ist dieselbe.
Radicchio: bitter, schön und lagerfähig
Radicchio bildet im Herbst feste, weinrote Köpfe, die jedem Salatteller Farbe geben. Gesät wird von Juni bis Mitte Juli – jetzt ist also die letzte gute Gelegenheit. Auch hier gilt: rund 30 cm Abstand, sonniger Standort. Das Schöne: Nach den ersten kühlen Nächten werden die Bitterstoffe milder, der Geschmack runder. Und feste Köpfe halten sich im kühlen Keller mehrere Wochen – ein echter Vorratssalat für den Spätherbst.
Chinakohl: das Timing-Gemüse
Beim Chinakohl entscheidet der Kalender. Säst du ihn zu früh im Jahr, schießt er wegen der langen Tage in Blüte, statt Köpfe zu bilden. Deshalb ist Mitte Juli bis Anfang August sein klassisches Aussaatfenster – direkt ins Beet, denn er mag keine Wurzelstörung. Mit nur 8 bis 10 Wochen Kulturzeit ist er erstaunlich schnell. Ein Punkt noch: Chinakohl ist ein Kohlgewächs. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Saat hält Erdflöhe und Kohlweißlinge fern, und er sollte nicht dorthin, wo dieses Jahr schon Kohl, Radieschen oder Rucola standen.
Der Abend-Trick gegen Keimhemmung
Eine Hürde bleibt: die Hitze. Endivie und Radicchio gehören zu den Korbblütlern, und deren Saatgut keimt bei Bodentemperaturen über etwa 20 Grad deutlich schlechter. Der einfachste Weg: abends säen und kräftig angießen, dann kühlt die Nacht das Saatbett ab. Halte die Saatrille bis zum Auflaufen konstant feucht und schattiere sie bei Hitzewellen mit einem Brett oder Vlies. Alternativ ziehst du in Schalen an einem kühleren, hellen Platz vor – dann hast du das Keimproblem gar nicht erst im Beet.
So planst du die Lücken clever nach
Für die Fruchtfolge passt es gut: Endivie und Radicchio sind als Korbblütler unkomplizierte Nachfolger auf Flächen, wo Knoblauch oder Zwiebeln standen. Chinakohl setzt du dagegen besser dorthin, wo dieses Jahr noch keine Kohlverwandten gewachsen sind – zum Beispiel aufs frei gewordene Frühkartoffel-Beet. In Rootivo markierst du die abgeerntete Pflanze einfach im Beet-Editor als geerntet – der Fruchtfolge-Picker schlägt dir dann passende Nachfolger direkt für genau diese Stelle vor.
Im Lexikon: Endivie