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· 2 Min. · Rootivo Redaktion

Kräuter im Kübel überwintern: Der Fehler, der mehr schadet als Frost

Thymian, Salbei und Co. überstehen den Winter auf dem Balkon meist problemlos – wenn du ihnen nicht zu viel Gutes tust. Drei Handgriffe jetzt im Oktober entscheiden.

Viele Kräuter sterben im Winter nicht an der Kälte, sondern an nassen Füßen. Gerade im Kübel steht das Wasser länger, und die Wurzeln sitzen ohne Gartenboden-Puffer im Frost. Wer im Oktober ein paar Dinge anpasst, hat im Frühjahr kräftige Pflanzen statt matschiger Stängel.

Staunässe ist der eigentliche Gegner

Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel stammen aus trockenen, kargen Lagen. Frost vertragen sie gut, Dauernässe nicht. Im Winter verdunstet kaum Wasser, und ein Kübel mit verstopftem Abzugsloch wird zur Pfütze, die im Frost zu einem Eisklotz um die Wurzeln gefriert.

Prüfe jetzt, ob das Abzugsloch frei ist, und stelle den Topf auf Füße oder Holzleisten, damit das Wasser wirklich abläuft. Entferne außerdem den Untersetzer oder leere ihn nach Regen.

Wer draußen bleiben darf – und wer nicht

Winterhart sind in den meisten Lagen Thymian, Salbei, Oregano, Schnittlauch, Minze und Zitronenmelisse. Lavendel und Currykraut kommen im Kübel oft durch, brauchen in rauen Lagen aber einen geschützten Platz an der Hauswand und guten Wurzelschutz. Rosmarin ist grenzwertig: In milden Regionen und geschützten Lagen klappt es mit Schutz, in rauen Lagen überwintert er besser hell und kühl bei etwa 5 bis 10 Grad im Haus oder Treppenhaus. Basilikum und Zitronenverbene sind nicht frosthart: Basilikum räumst du vor den ersten Nachtfrösten ins Warme, die Zitronenverbene kommt hell und kühl ins Haus oder wird als einjährig behandelt.

Je südländischer ein Kraut ist, desto näher gehört es an die Hauswand – und desto früher muss es unter Umständen ins Haus.

Schutz für die Wurzeln, nicht für die Triebe

Empfindlich ist vor allem der Wurzelballen, weil er im Kübel von allen Seiten auskühlt. Rücke die Töpfe eng an die Hauswand, am besten in Gruppen, und umwickle sie mit Jute, Kokosmatte oder Noppenfolie. Eine Schicht Laub oder Reisig auf der Erde hilft zusätzlich.

Die Triebe selbst brauchst du nicht einzupacken – Luft muss an sie ran, sonst droht Schimmel. Schneide Thymian, Salbei und Oregano jetzt nicht radikal zurück; der Rückschnitt gehört ins Frühjahr, die alten Triebe schützen die Pflanze.

Der Fehler: zu viel gießen und düngen

Im Winter wächst fast nichts, also braucht die Pflanze auch kaum Wasser und gar keinen Dünger. Gieße nur an frostfreien Tagen und nur so viel, dass der Ballen nicht komplett austrocknet – denn auch Frosttrocknis kommt vor, vor allem an sonnigen, windigen Tagen. Der Finger-Test hilft: Ist die Erde auf zwei, drei Zentimeter Tiefe trocken, gibt es einen kleinen Schluck.

Dünger würde jetzt weiche Triebe anregen, die der Frost erwischt. Das letzte Mal gedüngt wird im Spätsommer.

Dein Oktober-Plan in drei Handgriffen

Erstens: Abzug prüfen und Töpfe auf Füße stellen. Zweitens: Töpfe an die Hauswand rücken und den Wurzelballen einpacken. Drittens: Gießen und Düngen zurückfahren. Mehr braucht es für die robusten Kräuter nicht.

Halte in Rootivo fest, welche Kräuter bei dir im Kübel stehen, zum Beispiel im Beet-Editor, und lies im Pflanzen-Lexikon nach, wie winterhart sie sind. So weißt du im Frühjahr, wer es geschafft hat und wen du nachpflanzen musst.

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