Laub nicht entsorgen: So wird es zur Winterdecke fürs Beet
Jeden Herbst landen säckeweise Blätter in der Biotonne – dabei ist Laub der kostenlose Mulch, den deine Beete im Winter brauchen. Worauf du achten solltest.
Ende September beginnt das große Rechen. Viele tragen das Laub aus dem Garten, räumen die Beete blitzblank und lassen die Erde nackt in den Winter gehen. Genau das ist einer der häufigsten Fehler im Herbstgarten.
Warum nackte Erde im Winter leidet
Unbedeckter Boden verschlämmt bei Starkregen, trocknet bei Frostwind aus und verliert Nährstoffe durch Auswaschung. Das Bodenleben – Regenwürmer, Pilze, Mikroorganismen – zieht sich zurück, weil ihm Futter und Schutz fehlen. Im Frühjahr startest du dann mit einer verkrusteten, verarmten Oberfläche.
Eine Laubschicht wirkt dagegen wie eine Decke: Sie dämpft Temperaturschwankungen, hält die Feuchtigkeit und wird über den Winter langsam von Würmern in die Erde gezogen.
Welches Laub sich eignet
Ideal sind die Blätter von Obstbäumen, Linde, Ahorn, Hainbuche, Birke oder Haselnuss – sie verrotten zügig. Eiche, Buche und Walnuss enthalten viel Gerbsäure und bauen sich deutlich langsamer ab. Walnusslaub gehört wegen des Hemmstoffs Juglon nicht direkt aufs Gemüsebeet; setz es lieber separat zu Laubkompost an, dort baut sich das Juglon mit der Zeit ab.
Tabu ist Laub von kranken Bäumen: Blätter mit Apfelschorf, Blattfleckenkrankheiten oder Befall durch die Rosskastanien-Miniermotte tragen Erreger und Schädlinge ins nächste Jahr. Solches Laub kommt in die Biotonne, nicht aufs Beet.
Zerkleinern macht den Unterschied
Ganze Blätter verkleben bei Regen zu einer nassen Matte, unter der der Boden kaum Luft bekommt. Fahr stattdessen mit dem Rasenmäher mit Fangkorb über den Laubhaufen: Die Blätter werden gehäckselt und gleich mit etwas Rasenschnitt vermischt. Das beschleunigt die Zersetzung und bringt zusätzlichen Stickstoff.
Verteile die Schicht fünf bis zehn Zentimeter hoch auf feuchtem Boden. Auf trockener Erde bremst die Decke sonst das Eindringen des Herbstregens.
Wohin genau mit der Decke
Abgeerntete Beete ohne Gründüngung profitieren am meisten. Zwischen Grünkohl, Lauch oder Mangold, die über den Winter stehen bleiben, darfst du ebenfalls mulchen – lass aber rund um die Stängel eine Handbreit frei, damit nichts fault. Bei Erdbeeren kommt das Laub locker zwischen die Reihen, nicht auf die Herzen der Pflanzen.
Frisch gesteckten Knoblauch und Winterzwiebeln deckst du nur dünn ab, damit die Triebe im Frühjahr gut durchkommen.
Schnecken und Igel im Blick behalten
Eine dicke Mulchschicht bietet Schnecken Unterschlupf. Im Herbst ist das weniger kritisch, im Frühjahr solltest du die Reste aber auflockern oder zur Seite rechen, bevor du säst – dann trocknet die Oberfläche ab und junge Keimlinge sind besser geschützt.
Einen Teil des Laubs lässt du am besten als Haufen in einer ruhigen Gartenecke liegen. Igel, Kröten und Laufkäfer überwintern dort gern – und sind im nächsten Jahr deine fleißigsten Helfer gegen Schnecken.
Notieren, was wo liegt
Wenn du mehrere Beete hast, verlierst du im Frühjahr schnell den Überblick, wo gemulcht wurde und wo nicht. In Rootivo hältst du das im Garten-Tagebuch mit einem Beet-Bezug fest – so siehst du im März auf einen Blick, welche Beete du vor der Aussaat zuerst aufdecken solltest.