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· 2 Min. · Rootivo Redaktion

Tomaten ausgeizen im Juni: So lenkst du die Kraft in die Früchte

Geiztriebe kosten deine Tomatenpflanze Kraft, ohne dass eine einzige Frucht mehr daran wächst. Wer jetzt regelmäßig ausgeizt, erntet größere Tomaten an gesünderen Pflanzen.

Ende Juni schießen die Tomaten in die Höhe — und in jeder Blattachsel bildet sich ein neuer Trieb. Bei Stabtomaten lohnt es sich, diese Geiztriebe konsequent zu entfernen. Das klingt nach Arbeit, dauert pro Pflanze aber keine Minute und entscheidet mit über deine Ernte.

Was ein Geiztrieb ist — und warum er stört

Ein Geiztrieb wächst in der Blattachsel, also genau im Winkel zwischen dem Haupttrieb und einem Blattstiel. Lässt du ihn stehen, wird daraus ein vollwertiger zweiter Stamm mit eigenen Blättern und Blüten. Das Problem: Die Pflanze verteilt ihre Kraft dann auf immer mehr Triebe. Statt weniger großer Früchte reifen viele kleine, und das dichte Laub bleibt nach Regen länger feucht.

Stabtomate ja, Buschtomate nein

Ausgeizen lohnt sich nur bei Stabtomaten — den hochwachsenden Sorten, die du an einem Stab oder einer Schnur ziehst. Sie tragen am besten an einem oder zwei Haupttrieben. Busch- und Balkontomaten dagegen bilden ihre Früchte gerade an den Seitentrieben; wer hier ausgeizt, schneidet sich die Ernte weg. Wenn du unsicher bist, schau auf die Samentüte oder das Pflanzenschild: Steht dort ‘Busch’ oder ‘Balkon’, lässt du die Pflanze in Ruhe.

Am besten morgens und mit den Fingern

Greif die kleinen Triebe am Morgen, wenn die Pflanze prall mit Wasser gefüllt ist. Triebe von zwei bis fünf Zentimetern knickst du einfach mit Daumen und Zeigefinger seitlich ab — die kleine Wunde trocknet schnell zu. Größere Triebe schneidest du mit einem sauberen, scharfen Messer. Einmal pro Woche reicht völlig. Erledige es bei trockenem Wetter: Eine offene Wunde plus Feuchtigkeit ist die Eintrittspforte für Pilze wie die Krautfäule.

Nicht übertreiben: Blätter sind keine Geiztriebe

Ein häufiger Anfängerfehler ist, die Pflanze kahl zu rupfen. Die Blätter ernähren die Tomate über die Photosynthese — sie müssen dranbleiben. Entferne nur vergilbte untere Blätter, die den Boden berühren; sie sind das größte Risiko für hochspritzende Sporen. Verwechsle dabei den Blattstiel nicht mit einem Geiztrieb: Der Geiztrieb sitzt immer im Winkel zwischen Blatt und Stamm, nicht das Blatt selbst.

Wirf die Geiztriebe nicht gleich weg

Gesunde Geiztriebe von etwa einer Handlänge bewurzeln sich erstaunlich leicht in einem Glas Wasser — meist innerhalb von zwei Wochen. Daraus eine neue Pflanze zu ziehen ist im späten Juni eher ein Experiment: In unseren Breiten reifen so spät gestartete Tomaten selten ganz aus. Für milde Spätsommer oder schnelle Cherrysorten kann es trotzdem klappen. Ansonsten sind die Triebe perfektes Futter für den Kompost.

So behältst du den wöchentlichen Rhythmus

Der Schlüssel ist die Regelmäßigkeit: lieber jede Woche kurz nachschauen als einmal im Monat einen Dschungel zurückschneiden. In Rootivo siehst du im Pflege-Tab die anstehenden Aufgaben pro Beet und hakst sie ab — so geht das Ausgeizen nicht unter. Und im Pflanzen-Lexikon hast du beim Tomaten-Steckbrief Standort, Pflanzabstand und passende Nachbarn auf einen Blick.

Im Lexikon: Tomate

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