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· 2 Min. · Rootivo Redaktion

Umgraben im Herbst? Was der Spaten wirklich mit deinem Boden macht

Viele Gärtner graben im Oktober jedes Beet um, weil man es eben so macht. Wann das sinnvoll ist und wann du es dir sparen kannst.

Der Herbst-Klassiker mit dem Spaten hat einen guten Ruf, aber er ist nicht für jeden Boden die beste Wahl. Ein Blick darauf, was beim Umgraben im Boden passiert, hilft dir zu entscheiden, wo du ihn brauchst und wo nicht.

Was beim Umgraben unten passiert

Beim Wenden des Spatens landet die obere Schicht unten und die untere oben. Das feine Gefüge, das Regenwürmer, Pilzfäden und Wurzeln über Jahre aufgebaut haben, wird dabei zerrissen. Bodenlebewesen, die an Dunkelheit oder an Sauerstoff nahe der Oberfläche angepasst sind, sitzen plötzlich am falschen Ort.

Ganz so dramatisch, wie es klingt, ist es nicht: Der Boden erholt sich. Aber jedes Jahr komplett zu wenden kostet ihn Kraft, und du hast selbst auch viel Arbeit damit.

Wo Umgraben trotzdem Sinn hat

Auf schwerem Lehmboden kann das grobe Umgraben im Herbst helfen. Lass die Schollen groß liegen, denn der Winterfrost sprengt sie auf, und im Frühjahr zerfallen sie fast von allein zu einer krümeligen Oberfläche. Auch bei einer Neuanlage, etwa wenn du Rasen in ein Beet verwandelst, kommst du um das einmalige Umstechen meist nicht herum.

Bei lockerem, sandigem oder bereits gut gepflegtem Boden bringt der Spaten dagegen wenig. Hier geht viel Feuchtigkeit verloren, und der Humus wird schneller abgebaut.

Lockern statt wenden

Eine Grabgabel lockert den Boden, ohne ihn zu wenden. Du stichst die Gabel ein, kippst sie leicht nach hinten und ziehst sie wieder heraus. So brechen verdichtete Stellen auf, aber die Schichten bleiben an ihrem Platz.

Das geht schneller als Umgraben und schont den Rücken. Besonders dort, wo im Sommer viel gegangen oder gekniet wurde, reicht es oft völlig aus.

Den Boden im Winter nicht nackt lassen

Ob du gräbst oder nicht: Ein offenes Beet ist im Winter Regen, Wind und Frost ausgeliefert. Nährstoffe werden ausgewaschen, die Oberfläche verschlämmt. Eine Schicht Mulch aus Laub, Grasschnitt oder Stroh schützt den Boden. Nur die groben Lehmschollen lässt du offen liegen, denn der Frost soll sie aufsprengen.

Für eine Gründüngung ist es Ende September schon spät. Phacelia und Buchweizen sind nicht winterhart und frieren im Winter ab; jetzt gesät wachsen sie kaum noch an. Winterroggen kannst du bis etwa Mitte Oktober säen, er hält den Boden über den Winter durchwurzelt. Sonst reicht auch ein dickes Mulchpolster.

Probier es an einem Beet aus

Du musst nicht deinen ganzen Garten umstellen. Lass dieses Jahr ein Beet ungegraben, lockere es nur mit der Gabel und decke es ab. Das Nachbarbeet behandelst du wie gewohnt. Im nächsten Sommer siehst du selbst, wo die Pflanzen besser wachsen und wo der Boden lockerer ist.

In Rootivo kannst du im Garten-Tagebuch festhalten, welches Beet wie behandelt wurde, und im Vergleich nachlesen, was besser lief.

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