Warum Sellerie neben deinen Herbstkohl gehört – und Tomaten nicht
Im Juli ziehen Brokkoli, Wirsing & Co. ins Beet – genau dann, wenn der Kohlweißling Hochsaison hat. Ein alter Beet-Partner hilft, zwei beliebte Mythen dagegen nicht.
Wer im Herbst und Winter eigenen Kohl ernten will, pflanzt jetzt: Mitte Juli ist ein klassisches Fenster für Brokkoli-, Wirsing- und Grünkohl-Jungpflanzen. Genau jetzt fliegt aber auch die zweite Generation des Kohlweißlings und sucht Ablageplätze für ihre Eier. Ein bewährter Beetnachbar macht es dem Falter schwerer – zwei beliebte Gartenmythen dagegen halten nicht, was sie versprechen.
Juli: Pflanzzeit für Herbstkohl, Flugzeit für den Weißling
Brokkoli, Wirsing und Grünkohl kommen jetzt als Jungpflanzen ins Beet und nutzen den Spätsommer, um kräftige Köpfe und Blätter aufzubauen. Zeitgleich hat der Kohlweißling Hochsaison: Die Falter der zweiten Generation legen ihre gelblichen Eier bevorzugt an die Blattunterseiten von Kohlgewächsen. Schlüpfen die Raupen, fressen sie in wenigen Tagen ganze Blätter bis auf die Rippen ab. Wer jetzt pflanzt, sollte den Schutz also gleich mitdenken – am besten schon bei der Wahl des Platzes.
Sellerie und Kohl: ein bewährtes Doppel
Knollensellerie steht in vielen Gärten seit Mai im Beet – und genau daneben ist der beste Platz für deine Kohl-Jungpflanzen. Die klassische Mischkultur-Lehre setzt seit Generationen auf dieses Duo: Der intensive Duft des Selleries überlagert den Kohlgeruch und macht es dem Weißling schwerer, seine Wirtspflanzen zu finden. Umgekehrt gilt Kohl als guter Partner für den Sellerie. Beide sind Starkzehrer mit ähnlichen Ansprüchen an Wasser und Nährstoffe – gieße und mulche also großzügig, dann kommen sich die beiden auch bei der Versorgung nicht in die Quere.
Praktisch heißt das: Kohl mit rund 50 Zentimetern Abstand pflanzen und die Selleriereihe direkt daneben laufen lassen. Auch eine abwechselnde Pflanzung Kohl–Sellerie–Kohl innerhalb der Reihe funktioniert gut.
Mythos 1: Tomaten vertreiben den Kohlweißling
Der Tipp taucht immer wieder auf: Tomaten neben den Kohl setzen, ihr streng duftendes Laub halte die Falter fern. Verlassen solltest du dich darauf nicht – und für die Beetplanung ist die Kombination sogar kontraproduktiv. Brokkoli, Blumenkohl, Weiß- und Rotkohl, Wirsing und Rosenkohl gelten in der Mischkultur allesamt als schlechte Nachbarn der Tomate: Zwei Starkzehrer konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, und die hochwachsenden Tomaten beschatten die Jungpflanzen. Der mögliche Duft-Effekt wiegt diese Nachteile nicht auf.
Mythos 2: Zwiebeln passen zu allem
Zwiebeln haben den Ruf des Universal-Beschützers – neben Karotten leisten sie gegen die Möhrenfliege ja auch gute Dienste. Neben Kohl gehören sie trotzdem nicht: In der Mischkultur werden Zwiebeln bei praktisch allen Kopfkohl-Arten als ungünstige Nachbarn geführt, beim Weißkohl gilt das sogar für Knoblauch. Bessere Partner fürs Kohlbeet sind Buschbohnen, für die in milden Lagen gerade noch ein letztes Saatfenster offen ist, dazu Dill und – ab August gesät – Spinat. Ein Detail für Feinplaner: Salat gilt zwar als guter Kohl-Nachbar, mag aber wiederum keinen Sellerie in der Nähe – im Duo-Beet lässt du ihn besser weg.
Was wirklich zuverlässig schützt: das Netz
So hilfreich die Duftkulisse des Selleries ist – eine Garantie ist sie nicht. Den zuverlässigsten Schutz vor dem Kohlweißling bietet ein feinmaschiges Insektenschutznetz, das du direkt nach der Pflanzung über die Reihe legst und an den Rändern gut beschwerst. Kontrolliere trotzdem regelmäßig die Blattunterseiten: Die gelblichen Eigelege lassen sich leicht abwischen, geschlüpfte Raupen sammelst du ab. Mischkultur und Netz zusammen sind das entspannteste Paket für eine saubere Herbsternte.
Im Beet-Planer siehst du das Duo sofort
Ob dein geplanter Platz passt, musst du dir nicht merken: Im Rootivo-Beet-Editor zeigen dir die Mischkultur-Linien beim Antippen einer Pflanze sofort grüne Verbindungen zu guten Nachbarn wie dem Sellerie – und rote, falls doch eine Tomate zu nah rückt.
Im Lexikon: Knollensellerie